Praxis für Psychoanalyse und Gruppenanalyse Praxis für Psychoanalyse und Gruppenanalyse Praxis für Psychoanalyse und Gruppenanalyse Sonja Wuhrmann | Sprecherstrasse 4 | 8032 Zürich

  • Die Angst des Gruppenanalytikers vor der Gruppe, gruppenanlyse,  Mattes Verlag, Heidelberg, 1991/2
  • Co-Therapie in einer Gruppe von Frauen mit Essstörungen, gruppenanalyse, Mattes Verlag, Heidelberg, 1996/2
  • Between Idealization and Devaluation, Group Analysis, SAGE Publications, London, Vol,32, 1999/1
  • Shareholder Value and Group Analysis. group analysis, Vol 32, 2, 1999, SAGE Publications, London
  • Der Fall Swissair - ein Fall Schweiz. Neue Zürcher Zeitung, 11.4.2002 
  • Die Schweiz – Gruppenmitglied im Widerstand. Der Zusammenbruch der Swissair als Spiegelbild der Schweiz. Arbeitshefte Gruppenanalyse, 2002, Beltz Votum, Weinheim
  • Die Swiss und ihr Erbe. Neue Zürcher Zeitung, 12.6.2003
  • Das Potenzial der Gruppenanalyse in der Organisation. SGAZETTE, 19, 2004, SGAZ Zürich
  • Ein Plädoyer für die Institutionsgrossgruppe – oder die Illusion der Abstinenz in der Ausbildung. SGAZETTE, 20. 2005, SGAZ Zürich
  • Die Gruppe im Kopf. Gruppenanalyse, 2005, Mattes Verlag, Heidelberg
  • Rezension: Gruppenanalytische Supervision und Organisationsberatung
    Gruppentherapie und Gruppendynamik, 4/05
  • Das weibliche Begehren nach Macht in Organisationen. Jahrbuch für Gruppenanalyse, Bd. 12, 2006, Mattes Verlag, Heidelberg
  • Die Gruppenanalytische Grundhaltung: Spamfilter und Firewall. Sprache und Deutung als Gratwanderung in der Supervision und Organisationsberatung.
    Gruppenanalyse, 2/2007, Mattes Verlag, Heidelberg.
  • Für oder wider die Struktur oder die Illusion der Abstinenz auf dem Weg zu einer gruppenanalytischen bzw. psychoanalytischen Identität. JOURNAL für Psychoanalyse, 2007, Seismo, Zürich
  • Über die Schwierigkeiten eine gruppenanalytische Identität zu entwickeln. In: Die Kunst der Mehrstimmigkeit. Gruppenanalyse als Modell für die Zivilisierung von Konflikten. Psychosozial-Verlag, Giessen, 2008
  • Wenn Vertrautes fremd wird. Gruppenanalyse 2, 2011, Mattes Verlag, Heidelberg
  • Gruppenkohäsion - das Wir-Gefühl der Gruppe.
    SGAZETTE Online, 29, 2015 SGAZ, Zürich
  • Das Scheitern hinter sich lassen. Neue Zürcher Zeitung. 12.6.2015
  • Kultur und Freiraum - Kommentar zu Martin Weiters Artikel "Matrix und Matrix in der Gruppenanalyse". Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik 52: 344 -354, 2016.
  • Foulkes als Gruppenleiter - radikal oder orthodox? Auf der Suche nach der intersubjektiven Perspektive in der Gruppenanalyse. Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik 53: 257 - 276, 2017
  • Die intersubjektive Perspektive: Die Subjektivität der Analytikerin im Übertragungsprozess. "Übertragung" im Blick verschiedener psychoanalytischer Schulen. Freitagszyklus WS 17/18, PSZ, Psychoanalytisches Seminar Zürich.

Stan Wawrinka ist das Gegenstück zu Roger Federer. Während Federer durch Selbstsicherheit, Konstanz und sein leichtfüssiges Spiel auffällt, sieht man Wawrinka, dem Arbeiter, die Anstrengung an, und seine Inkonstanz ist schon fast ein Markenzeichen. Holt er sich souverän den ersten Satz, so heisst das gar nichts, denn im zweiten bricht er fast regelmässig ein und verliert ihn so, wie er den ersten gewonnen hat. Dann gelingt ihm im dritten oder vierten Satz wieder fast alles und er gewinnt die Partie. Man traut seinen Augen kaum, wie sicher er beginnt und nach den ersten gewonnenen Games zum Schatten seiner selbst wird und verliert. Spielt er sich an einem Turnier bis in den Final und zum Sieg, so  kann er an den nächsten bereits in der ersten Runde scheitern. Ist er an einem Turnier als Nummer 1 gesetzt, lässt sich fast darauf wetten, dass er lange vor dem Final ausscheidet. Ganz offensichtlich ist bei diesem Spieler, der zu den weltbesten gehört, die mentale Verfassung entscheidend. Bei genauerer Betrachtung sind seine Leistungsschwankungen kein Zufall, denn sie folgen einem wiederkehrenden Muster, das sich sowohl in den einzelnen Spielen, als auch über eine Reihe von Turnieren zeigt. Wawrinkas mentale Stärke ist von seinen eigenen Erwartungen und jenen des Publikums abhängig, je nach dem, ob er als Favorit oder als Aussenseiter gilt. Tritt er als Favorit an, stehen seine Chancen schlecht. Schlägt er aber als Aussenseiter auf, sind seine Chancen intakt, weil er dann, seinem Wahlspruch zufolge, das Scheitern üben kann.

Publiziert in Gruppenanalyse 2, 2011, Mattes Verlag, Heidelberg

„Das müssen Sie doch zugeben, Herr Konsul, die Stadt wächst. Nach meiner Schätzung haben wir jetzt in Zürich unsere dreissigtausend Deutsche (....), was bei etwas mehr als hundertsechzigtausend Einwohnern doch sagen will, dass jeder fünfte Mensch, dem wir begegnen, ein Landsmann ist“, erläutert der Seifenfabrikant. (....) „Es gibt aber“, bemerkte der Konsul, „ausserdem noch stille Reserven, die Eingebürgerten nämlich und die deutschen Mädchen, die durch Heirat Schweizerinnen geworden sind. Und auch deren Kinder darf man mit gutem Recht zu uns zählen.“ (.......) „Und schauen Sie mal unsere Buchläden an und die Zeitungen, die gelesen werden. Kulturell gehört die Stadt zu Deutschland.“(.........) “Das sind auch so zwei Vögel“, bemerkte Schütz und schaute dem Konsul und dem Seifenfabrikant nach, die vorbeigingen. Abt verstand schon, wie er es meinte. „Das ist das Problem der nächsten Jahre“, nickte er, „die Überfremdung“. „Die Verdeutschung“, fügte Schütz bei“ (S. 96/97) Diese Zeilen könnten heute geschrieben worden sein, das sind sie aber nicht. Es ist die Zeit um 1906, die der Zürcher Schriftsteller Kurt Guggenheim in seinem Roman „Alles in Allem“ beschreibt. Er ist in den 50er Jahren erschienen und beschreibt die Zeit zwischen 1900 und 1950 in Zürich. Das, was uns also heute beschäftigt, ist nicht neu. Neu ist nur, dass die Veränderungen sich so in unser Bewusstsein drängen, dass sie nicht mehr übersehen werden können. Und das möchte ich in den Fokus meiner Überlegungen stellen. Dabei geht es in meinen Ausführungen ganz grundsätzlich um die Durchmischung der Kulturen, die zum gemeinsamen Thema der gesamten westlichen Welt geworden ist.

Vorbemerkung

Der Zusammenbruch der schweizerischen Fluggesellschaft Swissair im Oktober 2001 löste in der Schweiz einen Aufruhr aus, der in ihrer Geschichte einmalig war und weit über die Landesgrenzen hinaus für Irritation und Unglauben sorgte. Die Empörung des Volkes über das Versagen des Managements lenkt aber davon ab, dass der Untergang der Swissair eine tiefere Bedeutung hat, die nach wie vor nicht wahrgenommen werden will. Auf der psychodynamischen Ebene nämlich ist der „Fall Swissair“ mehr als ein volkswirtschaftliches Desaster. Beispielhaft  spiegelt er die Befindlichkeit eines Landes in einer Zeit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umwälzungen.  

In der NZZ vom 28./29. September 1996 ist im Rahmen der Debatte „shareholder value“ ein Artikel von Harris Sondak erschienen unter dem Titel „Unternehmensführung als moralische Herausforderung. Die Rolle der Ethik im Management und in der Ausbildung von Managern.“ Harris Sondak ist Assistenz-Professor für Management an der Universität von Utah in Salt Lake City.

Der Geburtenrückgang und seine möglichen Folgen für die Zukunft machen zur Zeit Schlagzeilen. 30% der Akademikerinnen entscheiden sich für eine berufliche Karriere und gegen Kinder. Einerseits bleibt jedes fünfte Paar kinderlos, weil dem Wunsch zu spät Rechnung getragen wird, andererseits sagen Frauen, dass sie nie einen Kinderwunsch hatten. Was bedeutet aber der offenbar verzögerte oder fehlende Wunsch nach einem Kind? Geht man davon aus, dass der Fortpflanzungstrieb biologisch bedingt ist, so ist zu fragen, ob die Biologie von der Kultur bestimmt wird, wie dies z.B. Farhad Dalal postuliert, oder ob sie sich nicht gerade unter dem Druck gesellschaftlicher Veränderungen deutlich bemerkbar macht, als – mit den Worten Freuds - „der gewachsene Fels“ (S.382).

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